Zehn Monate ruhig schlafen

Mitte Mai geht es los. Bis dahin sollen alle Fragen, die die Besucher der Bürgerinformation im Treffpunkt Sundern hatten, geklärt sein. Und es waren einige Fragen.

 

Mit diesem Andrang hatte die Verwaltung nicht gerechnet. alle Sitz- und auch alle Stehplätze, die es im Treffpunkt gibt, waren belegt - nicht nur von Sunderanern. Ingrid Heinzel aus Bermbeck etwa machte sich Sorgen um die Umleitung. Eine Frau aus Oetinghausen wies Gemeinde und Planer hin auf die Schwierigkeiten für Autofahrer, von der Milch- auf die Eilshauser Straße zu kommen, wenn dort wieder Umleitungsverkehr fließt. Andere Frager machten auf den Stau aufmerksam, der sich morgens vor der Ampel an der B 239 bildet und durch ganz Sundern reicht. Auf die meisten Fragen hatten Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer und die Planer Ralf Fritze und Ulrich Kortemeier Antworten. Alles andere schrieben sie auf.

Die Bünder Straße soll in zwei Bauabschnitten saniert werden. Ab Mitte Mai ist der Abschnitt zwischen der Bike Arena Benneker und der Brauerei dran. "Hier ist die tiefste Stelle des Kanals, deswegen müssen wir hier anfangen", sagte Fritze. Vier Monate werden gebraucht, um neue Rohre in die Erde zu bringen, neue Geh- und Radwege und einen Kreisel in der Höhe der Unteren Wiesenstraße zu bauen. Der soll den Verkehr, der aus Herford kommt, bremsen. "Wir haben dort sonst eine lange gerade Strecke, die zum Gasgeben anregt", sagte Fritze. Manche Bürger wollten nicht recht glauben, dass Lkw mit Anhänger problemlos durch den 28 Meter im Durchmesser großen Kreisel kommen. Andere hatten Sorge, dass diese Lkw den Kreisel wieder kaputt fahren, wie vor einigen Jahren in Lippinghausen geschehen. Fritze beruhigte: "Der Kreisel ist für diese Fahrzeuge ausgelegt. Die Logistiker der Brauerei haben wir auch gefragt." Die Innenkalotte des Kreisels werde so gebaut, dass sie den Lkw standhalte.

Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt sollen sechs Monate dauern, bis März 2015, wenn der nächste Winter so wird, wie der gerade ausklingende. "Sonst müssen wir den Bau unterbrechen und die Zeit anhängen", sagte Bürgermeister Rolfsmeyer. Während der Baupause soll die Straße befahrbar sein.

Der zweite Bauabschnitt reicht von der Brauerei bis zum Nahversorgungszentrum in Sundern. In diesem Abschnitt liegt auch die Obere Wiesenstraße. Von der Bünder Straße aus soll dort weiter nach links abgebogen werden können. Dafür erhielt Fritze Applaus.

Die Umleitungen führen über die B 239 (Herforder Straße) und die Schweichelner Straße nach Lippinghausen und von Bünde aus über die Eilshauser Straße und die Füllenbruchstraße nach Herford. An der Kreuzung Milchstraße/Eilshauser Straße wird es eine Ampel geben und auf der gesamten Strecke in Oetinghausen gilt Tempo 30.

Ob der Stau vor der Ampel an der Kreuzung mit der B 239 bald besser wird, wollte Fritze nicht prophezeien. Er sagte aber, dass dieser Bereich überplant werde und wohl ins Planfeststellungsverfahren gehe. "Das dauert aber", sagte Bürgermeister Rolfsmeyer.

Der Landesbetrieb Straßen. NRW wird neben der Straßendecke in den beiden Bauabschnitten auch die Abschnitte zwischen der Bike Arena Benneker und der B 239 sowie zwischen den Nahversorgungszentrum und dem Kreisel am Autohaus Holsen sanieren. Das werde im Anschluss an die beiden Bauabschnitte gemacht und dauere nur ein paar Tage, denn dort liege kein Kanal, sagte Planer Fritze.

Die Gestaltung der Straße solle signalisieren, dass es sich hier um eine Ortsdurchfahrt handelt. Die Fahrbahn werde deswegen nur 6,50 Meter breit mit flachen Borden zu den Rad- und Gehwegen. Auf den freien Flächen sollen Rosen und 25 Bäume wachsen.

Auf Anregung eines Anwohners versprach Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer für einen sicheren Schulweg in der Baustelle zu sorgen. Die Grundstücke werden alle weitgehend anfahrbar bleiben, wenn auch nicht immer auf gewohntem Weg, versprach Planer Fritze.