Rede Nölkenhöner Ratssitzung am 29.01.2015 zur Einbringung des Antrags auf Messung/Begutachtung der Feinstaubbelastung

Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren!

Die UWG Fraktion beantragt hiermit die Einholung eines Gutachtens oder Messung über die Höhe der Feinstaubbelastung in der Gemeinde Hiddenhausen, insbesondere auf und im Umfeld der Hauptverkehrsstraßen, hier die Bünder Straße und die Herforder Straße

Wieso stellen wir diesen Antrag?

Eine schriftl. Anfrage der UWG Fraktion vom September letzten Jahres, diese Anfrage liegt Ihnen vor, an den Kreis, ob etwaige Werte von Schadstoffemissionen bzw. Werte über Feinstaubbelastungen von Hiddenhausen vorliegen wurde verneint.

Es wurde aber ausdrücklich auf die Gefährlichkeit einer erhöhten Feinstaubbelastung hingewiesen. Durch das einatmen können nachfolgende Auswirkungen eintreten wie Schleimhautreizungen, lokale Entzündungen in der Luftröhre und in den Bronchien, Verschlimmerungen von bestehenden Lungenvorerkrankungen oder Veränderungen der Regulierungsfunktion des vegetativen Nervensystem.

Können wir ruhigen Gewissens unsere Bürger diesen Gefahren aussetzen ?

Wir von der UWG Fraktion sehen es als unsere Pflicht an, die Bürger und Bürgerinnen über diese Gefahren aufzuklären.

Zumal durch den stark zunehmenden Verkehr, insbesondere des Schwerlastverkehrs, die Belastung für Hiddenhausen immer mehr wird.

Wie gerade gutachterlich festgestellt, sind täglich 15.000 Fahrzeuge , davon 1500 LKW täglich nicht gerade ein Gütesiegel für die Luft und Lebensqualität von Hiddenhausen.

Das Werretal bietet sich weiterhin als ein reiner Abluftkanal von Herford an an, eingebettet durch den Bahndamm und den Schweichelner Berg.

In dem Bestreben die Verkehrsbelastung erträglicher zu machen, für ein LKW Durchfahrtsverbot oder für Tempo 30, sehen wir in der Datenfeststellung einen weiteren Hebel um die Situation in Hiddenhausen für alle erträglicher zu machen.

§ 45 Absatz 2 der STVO beinhaltet sogar zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen die Sperrung, Beschränkung oder die Umleitung des Verkehrs aus Gründen der Sicherheit und Ordnung.

Wie ist vorzugehen?

Da sich Hiddenhausen bisher nicht für das Feinstaubscreening des Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von NRW, kurz LANUV, angemeldet hat, (zur Info- 218 Gemeinden von NRW sind angemeldet)sollte dies durch die Gemeinde als erstes umgehend erfolgen.

Was wird hier gemacht?

Ein Screeningmodell ist ein Computerprogramm, das in der Lager ist, die Konzentration von Stickstoffdioxid und Feinstaub mit relativ geringem Aufwand rechnerisch zu ermitteln. Die Städte und Kommunen werden hiermit in die Lage versetzt, die Luftqualität an den verkehrlichen Belastungschwerpunkten orientierend zu beurteilen sowie die Auswirkungen von Baumassnahmen auf die Luftqualität abzuschätzen. Das vom Verbraucherschutz entwickelte Screeningmodell wird den Kommunen als Online-Anwendung zur Verfügung gestellt.

Mit Hilfe der von den Kommunen zur Verfügung gestellten Daten wird die LANUV in die Lage versetzt, entsprechendes Kartenmaterial zu erstellen mit den entsprechenden Hotspots mit der Höhe der jeweiligen Belastungen.


Sollte das Screening für Hiddenhausen bedenkliche Werte ermitteln , wird als nächstes durch die LANUV eine Messung der Feinstaubbelastung durchgeführt.

Dann sollte aber schon bei Straßen.NRW die roten Lampen angehen, und der Landrat Manz sollte sich nicht weiter zieren um endlich die Hiddenhausener Bürger von Ihrer immer stärker zunehmenden Verkehrslast zu entlasten.

Zum Abschluss fragt sich jetzt sicherlich jeder, was das alles kostet, das Screening sowie eine evtl. Messung der Feinstaubbelastung ?

Nichts !! Bezahlt alles die LANUV.

Ich denke, das dürfte den letzten Zweifler überzeugt haben, sich pro Gesundheit und pro Verträglichmachung des Verkehrs in Hiddenhausen einzusetzen.

Vielen Dank.