»Ohrfeige für die Landwirtschaft« - Dirk Nölkenhöner äußert sich zu Vorwurf

Dass ein hohes Verkehrsaufkommen die Ursache für Feinstaub ist, haben die Hiddenhauser Grünen angezweifelt (HK vom 3. Februar). Dazu nimmt Dirk Nölkenhöner, Fraktionsvorsitzender der UWG Hiddenhausen, jetzt Stellung.

»Nach der Forderung der Grünen, eine Reduzierung des LKW-Verkehrs jetzt anscheinend abhängig machen zu wollen, von speziellen wirren grünen Forderungen wie der Optimierung des Fahrradverkehrs oder des öffentlichen Personen-Nahverkehrs möchte ich Bernhard Weil an den einstimmigen Ratsbeschluss vom Februar 2014 erinnern, wo sich alle Fraktionen für ein Lkw-Durchfahrtsverbot ausgesprochen hatten«, schreibt Dirk Nölkenhöner. Dass die Umsetzung nicht realisiert werden konnte, habe unter anderem daran gelegen, dass der Ratsbeschluss von vielen nach der Wahl verdrängt worden sei, auch von den Grünen.
»Aber als Grüne ein von der UWG vorgestelltes Feinstaubscreening abzulehnen – welches übrigens nur eine spezielle Feinstaubmessung nach sich zieht, wenn das Ergebnis des Screenings bedenkliche Werte bescheinigt – zeugt vom Verlassen typisch grüner Umweltpolitik«, sagt der Fraktionsvorsitzende. Abenteuerlich sei die Begründung von Bernhard Weil, zu behaupten, dass die Tierhaltung der Landwirtschaft Schuld sein soll.
»Dies ist eine schallende Ohrfeige für die heimische Landwirtschaft, zudem absolut unbegründet und unberechtigt«, sagt Nölkenhöner. Man könne froh sein, dass qualitativ hochwertige Lebensmittel nach hiesiger Gesetzgebung produziert würden. Im Ausland sei man von diesen Standards weit entfernt. Auch sei es fahrlässig zu behaupten, in Hiddenhausen gäbe es kein Feinstaubproblem.
»Er hat wohl vergessen, dass die L   545 und die B   239 von täglich je 1500 Lkw befahren werden – Tendenz steigend.« Statt sich zu wilden Vermutungen hinreißen zu lassen und die Schuld einzelnen Berufsgruppen zuzuschieben, könne dem Bürger mit einem von der UWG vorgeschlagenen Feinstaubscreening Unsicherheit und Angst genommen werden. »Was spricht gegen Aufklärung der Bürger, Herr Weil?«, fragt Nölkenhöner. Auch sei es interessant zu wissen, warum Bernhard Weil sich gegenüber der UWG vor der Ratssitzung erst für ein Feinstaubscreening ausgesprochen hat und jetzt »umgefallen ist wie eine deutsche Eiche«. »Oder wollen die Grünen sich dem Nichtangriffspakt der CDU an die SPD anschließen?«

Hiddenhausen(HK). WB 04.02.2015