UWG Vorsitzender Gläsker zur Ablehnung Feinstaubuntersuchung

Als Vorsitzender der UWG-Hiddenhausen sowie als Kreistagsmitglied möchte ich in Bezug auf die Abstimmung im Gemeinderat Hiddenhausen am 29.01.2015 folgendes anmerken und äußern:

Die gesundheitsschädliche Wirkung von Feinstaub ist seit Jahren unumschränkt anerkannt und seit der "Luftqualitäts-Richtlinie" EU-weit gesetzlich geregelt (erstmalig: Richtlinie 96/62/EG vom 27.09.1996). Partikelförmige Luftverunreinigungen in der Größe von maximal 10 Mikrometer werden als Feinstaub PM10 bezeichnet ("Particulate Matter"). Deren Negativwirkung hängt zum einen von der Größe und zum anderen von den Inhaltsstoffen der eingeatmeten Staubpartikel ab. Feinstäube mit einem Durchmesser von eben kleiner als 10 Mikrometer (PM10) werden mit der Atemluft bis in die Bronchen und Bronchiolen transportiert. Kleinere Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer können bis in die Lungenbläschen vordringen. Noch kleinere "ultrafeine Stäube" können sogar von der Lunge in das Blut aufgenommen werden und ihre schädliche Wirkung in anderen Organen bzw. im Blut selbst entfalten. Erhöhte Feinstaub-Konzentrationen in der Außenluft führen in der Bevölkerung zu einer Zunahme an Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen. Weiterhin finden sich Hinweise auf eine Verstärkung der Arteriosklerose sowie auf eine erhöhte Lungenkrebsrate.
 
Es ist selbstredend, dass keine Bürgerin/kein Bürger solchen Umweltbelastungen unnötig ausgesetzt sein möchte. In Hiddenhausen gibt es dazu bisher keine statistischen Messungen oder wissenschaftliche Erhebungen. Daher war es der UWG-Hiddenhausen mit dem bekannten Antrag ein besonderes Anliegen, Abhilfe hinsichtlich der "Kenntnis" über die Bedingungen in unseren Ortsteilen zu erhalten. Nicht mehr, und nicht weniger!
 
Völlig unverständlich ist es daher, dass die anderen Ratsparteien dem nicht folgen wollten. Wer in der Ratssitzung (als Zuschauer) dabei war, konnte den Eindruck gewinnen, dass man es "einfach nicht wollte", weil der Antrag nicht von der vertretenen Partei selbst kam? Um was ging es in formaler Hinsicht: die UWG wollte, dass die Gemeindeverwaltung einen Antrag bei dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) auf Durchführung eines sog. Screenings stellt. Dazu werden von der Gemeindeverwaltung bekannte Daten zur Infrastruktur, Verkehrsbelastung, topographische Besonderheiten, etc., an das LANUV übermittelt. Dort wird dann per spezieller Computermodelle errechnet (Screening), ob eine  potentielle Feinstaubbelastung in Hiddenhausen denkbar ist?  Dieses Verfahren wäre für die Gemeinde "kostenlos"!  Falls dieses Screening belastbare Daten errechnet, werden an bestimmten, neuralgischen Punkten konkrete Messungen durchgeführt. Auch dieses Messverfahren wäre für die Gemeinde kostenlos! Danach würden verlässliche Daten über die tatsächliche Belastung oder Nichtbelastung in Hiddenhausen vorliegen!
 
Es bleibt die Frage (an die anderen Parteien): warum macht man es nicht ?? 
 
Eckard Gläsker
(Vors. UWG-Hiddenhausen)