Feinstaub wird gemessen

Hiddenhausen. Manchmal sind die Wege der Politiker seltsam. Noch im Januar hatten SPD und CDU den Antrag der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) abgelehnt, am Donnerstagabend stimmten sie dafür: In der Gemeinde Hiddenhausen soll die Feinstaubbelastung der Luft gemessen werden.

 

Dirk Nölkenhöner, UWG-Fraktionsvorsitzender, erläuterte im Parlament, warum er das so genannte Feinstaubscreening für sinnvoll und unverzichtbar hält: "Das von der Gemeinde beauftragte Büro SHP hat deutliche Zahlen in Bezug auf die Verkehrsbelastung in Hiddenhausen vorgelegt. Auf der B 239 sind täglich 13800 Fahrzeuge unterwegs, davon 1500 Lastwagen, auf der L 545 sind es 20000 Fahrzeuge täglich, davon 2500 Lastwagen." Es sei nicht davon auszugehen, dass die Belastung für die Gemeinde in nächster Zeit abnehmen werde. Dirk Nölkenhöner weiter: "Neben der konkret zu befürchtenden Gesundheitsgefahr durch den vom Schwerlastverkehr verursachten Lärm, ist darüber hinaus auch von zunehmender erheblicher Belastung durch Feinstaub aus dem Kraftfahrzeugverkehr auszugehen." Ein entsprechendes vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz entwickeltes Screeningmodell werde, so die UWG, den Kommunen kostenlos zur Verfügung gestellt. Von den 396 Kommunen in Nordrhein-Westfalen hat sich mehr als die Hälfte dafür bereits angemeldet. Von 83 Gemeinden liegen dem Land bereits genauere Berechnungen vor. Je höher die Feinstaubbelastung der Luft, desto größer sind die gesundheitlichen Risiken, die von Schleimhautreizungen über Entzündungen der Bronchien bis zu Veränderungen des vegetativen Nervensystems reichen können.

Der Rat hat die von Hiddenhausen zu zahlenden Beiträge an die Nordwestdeutsche Philharmonie abgesegnet: Von 2016 bis 2020 zahlt die Gemeinde jährlich 2500 Euro an den NWD-Trägerverein.

Es ist ein dicker finanzieller Brocken, "doch wird müssen für die Zukunft gewappnet sein", sagte Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer. 500000 Euro werden für den Ankauf oder den Umbau von Gebäuden bereitgestellt, um Flüchtlinge unterzubringen. Hiddenhausen profitiert, wie andere Kommunen auch, von einem besonderen Förderprogramm mit günstigen Zinsen.

Der Rat hat seine Mitglieder für den Integrationsrat benannt: Für die SPD sitzen Andreas Hüffmann (Stellvertreter Stefan Meyerhoff) für die CDU Hans-Jörg Düning-Gast (Erwin Steffen), für die Grünen Christos Zioudas (Bernhard Weil) und für die UWG Dirk Nölkenhöner in dem neuen Gremium.